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China meldet 158-prozentigen Anstieg bei Cybercrime-Fällen – Gerichte weiten Durchgreifen aus

China meldet 158-prozentigen Anstieg bei Cybercrime-Fällen – Gerichte weiten Durchgreifen aus

Chinas Gerichte verstärken ihre Bemühungen im Kampf gegen Cyberkriminalität, da digitale Technologien immer stärker zum Alltag gehören. Ein neuer Bericht des Obersten Volksgerichts (Supreme People’s Court, SPC) zählte 9.326 Fälle von Cyberkriminalität in den vergangenen fünf Jahren.

Diese Zahl bedeutet einen Anstieg um 158,5 Prozent im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum. SPC-Präsident Zhang Jun stellte den Bericht während einer Sitzung des Nationalen Volkskongresses (NPC) in Peking vor.

Doxxing und Cybermobbing im Fokus der Strafverfolgung

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gerichte auf neue Arten von digitalen Straftaten reagieren. Die Behörden gehen gegen Aktivitäten wie Doxxing, Onlinerumors, Cybergewalt und Schneeballsysteme im Netz vor. Fachleute betonen, dass die Fälle ein klares Signal senden: Neue Formen digitaler Kriminalität werden juristisch verfolgt.
Ein Beispiel betraf zwei Studierende, die illegal persönliche Daten von Synchronsprechern hinter virtuellen Idolen veröffentlichten. Die Verdächtigen – ein Doktorand mit dem Nachnamen Zhao und eine jüngere Studentin namens Cheng – arbeiteten mit Personen aus dem Ausland zusammen, um private Informationen über die Opfer zu sammeln.

Details zu Aufenthaltsorten und Arztbesuchen der Betroffenen wurden später in einer Online-Gruppe veröffentlicht, was zu Belästigungen und Stalking führte. Ein Gericht in Peking verurteilte beide zu einem Jahr und sechs Monaten Haft und verhängte eine Geldstrafe von 10.000 Yuan, etwa 1.240 bis 1.250 Euro.

Warum Technologie keine rechtliche Verantwortung aufhebt

Behörden haben klargestellt, dass Fahrer*innen, die Fahrassistenzsysteme unter Alkoholeinfluss nutzen, weiterhin rechtlich verantwortlich bleiben – neue Technologien entbinden euch also nicht von strafrechtlicher Verantwortung.
Weitere Zahlen belegen die umfassenderen Maßnahmen. Gerichte bearbeiteten 2025 rund 25.000 Fälle, in denen kriminellen Netzwerken im Netz geholfen wurde – das entspricht einem Rückgang um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Laut offiziellen Statistiken gab es zudem 41.000 Fälle von Telekommunikationsbetrug, mit circa 85.000 Beteiligten, sowie rund 40.000 Verfahren wegen Straftaten gegen Minderjährige. Verantwortliche betonen, dass konsequente Strafverfolgung und Aufklärung weiterhin wichtig bleiben, um zukünftige Verbrechen zu verhindern.